Der erste Zivilflug des "Aeroput", des Vorgängers der heutigen Jat Airways, fand am 15. Februar 1928 auf der Linie Belgrad-Zagreb statt. Das Flugzeug vom Typ "Potez 29" mit dem Namen "Beograd" startete von dem Flughafen in Zemun um 9 Uhr und seine Fluggäste waren – wie es der Brauch ist – Journalisten und Fotoreporter der Belgrader Redaktionen. Nach zwei Flugstunden über dem Fluss Save, der den Piloten der beste Wegweiser war, wurde das Flugzeug in Zagreb von Amtspersonen und vielen Bürgern empfangen, die gekommen waren, um dieses wichtige Ereignis der Luftfahrtgeschichte mitzuerleben. Am selben Tag flog in den Nachmittagsstunden eine Gruppe von Zagreber Journalisten nach Belgrad.
Diesem Ereignis ging die Initiative des "Aeroklub" voraus, der am 6. Februar 1926 in Belgrad von dem für die Ausarbeitung der Vorschriften zuständigen Ausschuss der Gesellschaft "Aeroput" gegründet wurde. Im Januar 1927 wurde dann mit dem Staat auch ein Vertrag auf zehn Jahre geschlossen, durch welchen Subventionen in Höhe von 26 Dinar für jeden geflogenen Kilometer gewährleistet wurden, was 75 Prozent der Gesamtkosten deckte. Die Gesellschaft verpflichtete sich dazu, möglichst bald die Linie Belgrad-Zagreb in Betrieb zu nehmen und zu halten. Zu jener Zeit genossen auch andere Gesellschaften für den Luftverkehr in Europa ähnliche Begünstigungen. Dank dem vorteilhaften Vertrag und der kühnen Unternehmung der jugoslawischen Piloten Tadija Sondermeier und Leonid Bajdak, die den Rekordflug von Paris nach Bombay (Indien) und zurück nach Belgrad vollbrachten, was in der Öffentlichkeit einen gewaltigen Propagandaeffekt hatte, wurden bereits Mitte 1927 Aktien im Wert von neun Millionen Dinar verkauft. Dies reichte für die Anschaffung der ersten Flugzeuge und eine ungehinderte Geschäftstätigkeit des Unternehmens, so dass die Gesellschaft für den Luftverkehr "Aeroput" am 17. Juni 1927 in den Handelsregister in Belgrad eintragen wurde.
Die ersten Flugzeuge des "Aeroput" erreichten Belgrad Anfang Februar 1928. Es waren die französischen Doppeldecker vom Typ "Potez 29". Beeinflusst hat die Wahl dieser Flugzeuge auch die Tatsache, dass damals in der einheimischen Fabrik "Ikarus" in Zemun nach Lizenz Flugzeuge vom ähnlichen Typ "Potez 25" für den Bedarf der militärischen Luftfahrt gefertigt wurden. "Potez 29" beförderte fünf Passagiere, hatte zwei Piloten, flog mit der Geschwindigkeit von 210 Stundenkilometer und hatte eine Reichweite von 500 Kilometer. Dieser Typ blieb in der Flotte bis 1936.
Im Laufe des ersten Jahres flogen die Flugzeuge des "Aeroput" zwischen Belgrad und Zagreb jeden Tag außer sonntags bis zum November, als der Verkehr wegen winterlicher Wetterverhältnisse eingestellt wurde. Ausgezeichnete erste Ergebnisse gaben "Aeroput" den Anstoß die Anzahl der Linien zu erhöhen und noch zwei "Potez 29" zu erwerben, wodurch die Flotte auf insgesamt sechs Flugzeuge von diesem Typ wuchs. Bereits 1929 wurde die Linie Belgrad-Zagreb bis nach Graz und Wien verlängert. |